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Donnerstag, 31. Mai 2007

Voller Erfolg: Oxfams Soul Sister-Summit eröffnet in Berlin den Reigen der G8-Konzerte


Gestern in der "Kultur-Brauerei": Sängerin Angelique Kidjo und Oxfam-Pressesprecher Jörn Kalinski rufen zur SMS an Angela Merkel auf. Weitere Impressionen vom Konzert auf der Photo-Strecke (Craig Owen/Oxfam).

Sonntag, 27. Mai 2007

Kunstsommer hat begonnen: ART GOES HEILIGENDAMM

Nicht in Kassel, Venedig oder Basel hat der Kunstsommer in diesem Jahr begonnen, sondern in und um Rostock, wo in der letzten Woche ART GOES HEILIGENDAMM. ART GOES PUBLIC eröffnet wurde. Bis zum 9. Juni laufen die von der ehemaligen Berliner Kultursenatorin und Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds Adrienne Goehler kuratierten künstlerischen Interventionen zum G8-Gipfel – insgesamt ein vielfältiges Programm mit international renommierten KünstlerInnen, Installationen, Theaterperformances, Workshops, Vorträge und Talkshows. Zum Selbstverständnis des Projekts haben die Organisatoren formuliert:

„ART GOES HEILIGENDAMM versteht sich als Experiment zur Erweiterung des gesellschaftlichen Resonanzraums von Kunst. ART GOES HEILIGENDAMM stellt sich der Herausforderung, eine Verflüssigung der Wahrnehmungs- und Aktionsformen zwischen den Künsten und den sozialen Bewegungen zu ermöglichen, es geht um plurale Sichten auf die Auswirkungen von Globalisierung, um die Eröffnung eines visuellen und diskursiven Erfahrungsraums jenseits von Gut und Böse, pro und contra. Die Intention ist, aus der dualen Logik Gipfel - Gipfelgegner auszubrechen und mit künstlerischen Mitteln zur Wahrnehmungserweiterung von Globalisierung und zur Deeskalierung vor Ort beizutragen.“

Die Interventionen und Veranstaltungen finden an verschiedenen Plätzen im Raum Rostock statt (siehe Lageplan). Zentrum und Anlaufzentrum, wo selbst viele Kunstobjekte installiert, aber auch eine Bar und eine Restaurant zu finden sind, ist das Silver Pearl Congresscenter & Spa. Auf dem Gelände am Stadthafen in Rostock, Am Strande 6, hat raumlabor_berlin eine temporäre multifunktionale Installation errichtet. Sie spielt auf die Selbstdarstellung des Kempinski Heiligendamm – „Die weiße Perle“ – an, in dem der offizielle G8-Gipfel stattfindet. Es gibt auch tatsächlich ein Kurhaus, eine Badeanstalt, einen Golfplatz, komfortable Schlummersuiten mit Meerblick, internationale Kunst und einen Sicherheitszaun. Allerdings ist das Silver Pearl im Gegensatz zur weißen Perle ein Ort für öffentliche Gespräche, Vorträge und Reflexion über die großen Themen der Globalisierung und die lokalen Geschehnisse.

ART GOES HEILIGENDAMM fordert ein Nachdenken der Politik über das Potential von Kunst im Rahmen gesellschaftlich polarisierender Großereignisse. Partner des Projekts sind u.a. der G8-Alternativ-Gipfel, Dropping Knowledge, Slobodnakultura, Belgrad; NOMAD Theatre Wien sowie das World Parliament of Clowns.

Mittwoch, 23. Mai 2007

Warmsingen für den G8-Gipfel: Trio Finale und Soul Sister Summit in Berlin

Angela Merkel singt, Katja Riemann spielt Schlagzeug und Laura López Castro sitzt an der Gitarre. Mit einer ungewöhnlichen Performance wollen die Schauspielerin Katja Riemann und die Musikerin Laura López Castro die Bundeskanzlerin am 25. Mai auf den G8-Gipfel einstimmen. Sie wollen Frau Merkel zeigen, wie sie in Heiligendamm den Takt halten kann und den richtigen Ton trifft. Es geht los am Freitag um 16.15 Uhr vor dem Kesselhaus der Kulturbrauerei in Berlin und ist ein Vorspiel für den Sister Soul Summit am 30. Mai. Auf dem Konzert treten Musikerinnen aus Afrika, Europa, dem Nahem Osten und den USA auf. Es wird von Oxfam Deutschland veranstaltet. Auf der Bühne stehen dann neben Laura López Castro (Deutschland/Spanien) auch Weltstars wie Angélique Kidjo (Benin; s. Photo), Pink Martini (USA), Noa (Israel) und Diane (Deutschland).

Der Sister Soul Summit wird ein Konzert, das wachrüttelt. Die Musikerinnen wollen die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten an ihre Versprechen erinnern. Dabei wenden sie sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Konzert findet im Rahmen der „White Band Nights“ der deutschlandweiten Aktion Deine Stimme gegen Armut statt. Während des Konzerts werden - wie auch bei den weiteren bundesweiten 20 „White Band Nights“ - Stimmen gegen Armut gesammelt, die noch vor dem G8-Gipfel an Bundeskanzlerin Merkel übergeben werden.

Tickets gibt es für 20 € (plus Vorverkaufsgebühr, etwa bei Trinity Concerts) und 24 € an der Abendkasse. Der Ertrag des Konzerts fließt in die entwicklungspolitische Arbeit von Oxfam Deutschland.

Sonntag, 22. April 2007

Rock, Pop, Rap: Die Welt kann nicht warten!

So viel Polit-Engagement war noch nie unter den Popmusikern aller Couleur. Es sind keineswegs nur Bono & Co., die die G8 aufrufen, ihre Versprechen gegenüber den Ärmsten der Welt einzuhalten. An diesem Wochenende zum Beispiel geht das dreitägige Festival Move Against G8 mit unzähligen Punkbands in Berlin über die Bühne. Dabei sind u.a. die mexikanische Skaband Panteon Rococo, die SkaLatin-Punkband aus Dänemark, Biala Goraczka aus Polen, die Boygroup Punkrock Boys aus Berlin und die kalifornischen Melodic-Punker LagWagon. Die Einnahmen werden für die G8-Mobilisierung verwendet, ebenso der Verkaufserlös aus einem CD-Sampler von Move Against G8.

Schon am Wochenende davor heizten die britische Band Faithless (auf dem Foto Frontman Maxie Jazz) und der sudanesische Rapper Emmanuel Jal zahllosen Fans in der Berliner Columbia-Halle ein. Auf dem Höhepunkt des von Oxfam organisierten Konzerts riefen die Musiker die Fans dazu auf, sich an der Oxfam-SMS-Aktion zu beteiligen. JedeR ist aufgefordert, eine SMS mit dem Stichwort „Angela“ an die Kurzwahl 72768 zu schicken. Jede SMS zählt für die Aktion Deine Stimme gegen Armut. Die Stimmen werden vor dem G8-Gipfel Anfang Juni an die Bundeskanzlerin übergeben. Durch die Oxfam-Aktion am vergangenen Wochenende waren es mit einem Schlag über tausend SMS-Stimmen mehr.

Der Höhepunkt der Künstler-Bewegung kommt am 7. Juni in Rostock, wenn Herbert Grönemeyer and Friends in unmittelbarer Nachbarschaft zum G8-Gipfel aufspielen. Wer alles zu den „Friends“ gehören wird, ist noch nicht ganz klar. Gehandelt werden Namen wie Bono und Peter Maffay.

Foto: Cornelius Zoch/Oxfam